Haifütterung! Tauchen mit Haien hautnah

Tauchen mit Haien. Hautnah. Mittendrin in einer Haifütterung! Für die meisten Menschen ein absurd gruseliger Gedanke. Für Nikki&Michi dagegen ist das Bad in der brodelnden Fischsuppe ein Wunschtraum. Jetzt haben wir ihn uns auf den Bahamas erfüllt. Hier erzählen wir, warum dieses Erlebnis keine riskante Adrenalin-Aktion lebensmüder Taucher ist…

Haifütterung! Hier kommt unser Unterwasser-Abenteuer. Haie hautnah – so ein Tauchgang sorgt für etwas Nervenkitzel. Aber – müssen wir Angst haben vor den angeblich blutrünstigen Fressmaschinen? Die Antwort im Video!

Haitauchen Bahamas mit Stuart Cove’s – ein unvergessliches Abenteuer

Wir tauchen seit 20 Jahren. Haben den Kopf in allen Weltmeeren unter Wasser gehabt. Wir freuen uns über die ganz kleinen Unterwasser-Wesen genauso wie über Sichtungen der ganz Großen. Vor Südafrika tauchten wir im Käfig mit dem Großen Weißen Hai. Im südlichen Ari Atoll bekamen wir Walhaie zu sehen. Überhaupt sind Haie bei unseren Unterwasser-Abenteuern immer wieder gern gesehene Gäste.

Und dennoch – keine Hai-Begegnung ohne Kribbeln. Dieses Mal ist das Kribbeln programmiert. Wir buchen den Trip auf die Bahamas, wollen mit Haien tauchen. Mit vielen Haien. Die legendäre Tauchbasis Stuart Cove’s bietet eine Garantie auf die Sichtung der gefürchteten Meeresräuber. Und mehr noch – Tauchgäste dürfen an der reich gedeckten Tafel Platz nehmen, wenn Dutzende karibische Riffhaie gefüttert werden. Haitauchen Bahamas – ein unvergessliches Abenteuer! Diese sehr spezielle Art von Haitauchen wird hier seit Jahrzehnten praktiziert. Und Stuart Cove ist der Vorreiter. Stuart kaufte sein erstes Tauchboot 1977 mit der Gage, die er von der James Bond Produktion „For your eyes only“ kassierte. Er ging damals mit Roger Moore tauchen – natürlich mit Haien. Einige weitere Bond-Filme wurden hier gedreht. Das lockte weitere Hollywood-Produktionen. Heute ist Stuart Cove’s eine Legende in Sachen Haibegegnungen.

Stuart Cove’s – die legendäre Tauchbasis der Bahamas liegt im Süden von Nassau. Top-Attraktion ist die Haifütterung. Ein atemberaubendes Erlebnis. Foto: Michael Dunker

Die Haifütterung in der „Shark Arena“ – Kettenanzug nur für den Sharkfeeder

Der Tag ist perfekt. Knapp über 30 Grad. Gleißendes Sonnenlicht, kein Wind. Die Guides auf dem Tauchschiff White Bungi sind gut drauf. Happy Stimmung, Scherze. Vorfreude. Außer uns sind noch ein paar Tauchgäste an Bord. „Nur Männer“, grinst Nikki. „Da muss ich wohl die Fahne für die Damen hochhalten.“ Keine halbe Stunde fahren wir durch die herrlich türkisen Gewässer vor Nassau. Dann sind wir schon da.

„Shark Arena“ – das ist der verheißungsvolle Name dieses Tauchplatzes.

Jetzt wird es ruhig an Bord. Flaschen, Jacketts, Flossen und Masken liegen bereit. Sicherheitsbriefing! Und das fällt hier und heute natürlich etwas ausführlicher aus als sonst. Wir springen gleich in ein Gewässer mit vielen Haien. Futter wird im Wasser sein. Der karibische Riffhai wird bis knapp drei Meter lang. Auch andere Arten können dazu stoßen. Diese Raubfische sind keine Kuscheltiere.

Allen hier ist klar: Es ist unerlässlich, den Sicherheitsanweisungen der erfahrenen Guides zu folgen.

Sharkfeeder Terell Colebook erklärt uns den Ablauf exakt. Wir werden abtauchen und uns langsam an die Haie gewöhnen, die schon rund um den Tauchplatz schwimmen. Sie wissen, dass es bald Futter gibt. In der Arena sind dicke Steine im Halbkreis angeordnet. Jeder Taucher wird sich an einem Stein festhalten und dort während der Haifütterung bleiben. Die Fische zirkulieren. Wir werden nur beobachten. Keine hektischen Bewegungen. Keine ausführlichen Kamerafahrten mit dem Selfiestick – die Haie könnten das mit dem Köderfisch-Speer verwechseln. „Wenn jemand umfällt,“ grinst Terell, „liegenbleiben! Wir richten Euch wieder auf.“

Sharkfeeder Terell ist Vollprofi im Umgang mit Haien. Er steckt bereits im Kettenanzug und hält den Stick zum Füttern der Haie in der Hand. Foto: Michael Dunker

Terell wird nach uns abtauchen. Er hat als einziger Taucher im Wasser einen Ganzkörper-Kettenanzug an. Er kommt den Haien extrem nah, Fehlbisse nicht ausgeschlossen. Terell: „Wenn viele Haie da sind, wird es manchmal etwas hektisch und unübersichtlich, dann kann ein Hai auch schon mal aus Versehen daneben beißen.“ Einige Löcher im Kettenanzug unterstreichen eindrucksvoll, warum er dann den Metallschutz braucht. Zudem setzt Terell einen Helm auf – „Man hat ja hinten und oben keine Augen.“ Auch unser Hai-Filmer Nichlas trägt einen Helm. Er ist zudem mit einem Kettenhemd geschützt, weil er die Kamera sicher durch die Fischsuppe navigieren muss.

Tauchgang mit Haien – es geht los!

Wir haben zwei Kilogramm mehr Blei an den Hüften als sonst. Wir werden ja nur am Boden sitzen, haben so mehr Halt. Schwer bepackt stehen wir mit voller Ausrüstung am Heck der White Bungi. Ein großer Schritt. Platsch! Wir sind im Wasser. Ein Blick nach unten.

Da sind sie!

Wow! Die ersten Haie sind sofort da und umkreisen die Taucher in ruhigen Bahnen. Sie wissen, dass die Fütterung in wenigen Minuten startet. Foto: Michael Dunker

Diverse Haie sind in der Nähe des Grundes zu sehen. Rund zwölf Meter ist das Wasser tief. Und glasklar, die Bedingungen sind zum Niederknien schön – wie im Aquarium! Und dann knien wir nieder. In der Arena. Neugierige Requiemhaie schauen sich die Tauchtouristen an. Sie zirkeln gemächlich um den Schauplatz. Dann ist es soweit. Sharkfeeder Terell ist im Wasser. Er sinkt schnell. Kettenanzug und Köderbox ziehen ihn in die Tiefe. Die Haie legen einen Flossenschlag zu. Die Fütterung ist beliebt und bekannt unter den Fischen. Es werden immer mehr. Sie tauchen plötzlich aus dem tiefen Blau auf und ziehen ihre Runden über der sandigen Fläche.

Ein wenig grimmig und missmutig sehen die Haie aus. Sie haben eben nur diesen einen Gesichtsausdruck. In diesem Fall ist das „Lächeln“ noch ein bisschen schiefer. Der Hai hat einen alten Angelhaken rechts im Maul… Foto: Michael Dunker

Wir sind Teil der Hai-Society und sitzen am gedeckten Tisch

Hammergeil! Das ist jetzt schon ein Erlebnis wie kein zweites. Wir sitzen am Grund und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Die sonst eher scheuen Haie kommen ganz nah. Terell packt sein Picknick aus. Wir sind Teil der Hai-Society und sitzen am gedeckten Tisch.

Was für ein Durcheinander! Etwas wuselige Tischmanieren haben diese kräftigen Requiemhaie. Nikki filmt das Geschehen… Foto: Michael Dunker

Überall Haie. Dutzende. Und keine kleinen. Die größten Tiere sind rund drei Meter lang. Riffhaie, karibische, Ammenhaie. Mensch, die sind neugierig! Sie kommen auf Tuchfühlung heran und buffen die Besucher gern mal leicht in die Seite. Hier eine zarte Berührung mit der Brustflosse, da ein kleiner Rempler mit der Flanke. Wir sind vorsichtig, aber ganz ruhig. Natürlich ist hier Adrenalin im Spiel. Aber der Puls ist erstaunlich ruhig. Bis wir die Atemregler aus dem Mund nehmen. Für einen kleinen Kuss unter Wasser, das lässt die Herzen höherschlagen!

Hai-Leiber überall. Die Könige der Meere schwimmen eine wilde Choreographie.

Haiflüsterer Terell spießt Fischköpfe aus seiner Box auf. Er sucht sich einen Hai aus und präsentiert den leckeren Happen. Zapp! Der Hai reißt das Maul auf, der Bissen ist im Nu geschluckt. Wow! Die anderen Haie geben sich derweil gelassen. Sie zirkeln weiter in engen Kreisen um den Sharkfeeder und warten auf ihre Chance. Es wirkt wie ein eingespieltes Ballett. Die grazilen Bewegungen der Haie sind hübsch anzusehen.

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Ganz schön neugierig! Das Tauchen auf den Bahamas ist ein Garant für hautnahe Begegnungen mit diversen Haiarten. Foto: Michael Dunker

Blutrausch bei der Haifütterung? Fehlanzeige!

„Wehe, wenn ein Tropfen Blut im Wasser ist, dann ist der Fress-Rausch nicht mehr zu stoppen.“ Das ist nichts als eine alberne Legende. Mit der Wahrheit hat sie nichts zu tun. Natürlich sind die Haie jetzt hungrig. Sie nehmen das Futter wahr und wollen fressen. Aber sie winden sich nicht in Trance und beißen wahllos alles, was ihnen vor die scharfen Zähne kommt. Ganz im Gegenteil – wir haben schon Kantinen gesehen, in denen es am Buffet ruppiger zuging. Keine Frage – wer jetzt zappelt und winkt, riskiert in ein zahnbewehrtes Lächeln zu geraten. Dieses Schauspiel ist kein Kindergeburtstag. Und nicht umsonst haben wir vorab unterschrieben, dass wir diese Tour auf eigenes Risiko mitmachen. Die Statistik sagt aber auch eindeutig – auf einer großen Kreuzung in der City lauert eine ungleich größere Unfallgefahr…

Probier‘ das mal mit Löwen…

Dieser Tauchgang mit Haifütterung ist die beste positive Aufmerksamkeit für die Haie. Denn unser Besuch zeigt, dass Haie keine blutrünstigen Monster sind. Um es deutlich zu machen stellen wir uns vor: Ein Halbkreis zahlender Touristen in der afrikanischen Savanne mit leckeren Fleischködern und einem Rudel Löwen. Nix lustige Fotosafari. Es gäbe mehr Tote als Verletzte. Nach dem Vorbild der Haifütterung – probier‘ das mal mit Löwen, Tigern, Leoparden, Bären, Wölfen…

Der Zahn und wenig Zeit

Zurück auf dem Boden der karibischen Tatsachen. Der Korb von Sharfeeder Terell ist irgendwann leer. Er schwimmt aus der Arena. Die Haie folgen. Der aufgewirbelte Sand sinkt langsam wieder zu Boden. Wir haben schnell geatmet. Die Luft geht zuneige. Noch 120 Sekunden bleiben uns. Dann wird wieder aufgetaucht. Nikki wedelt mit den Händen über den Meeresboden. Und wird plötzlich fündig! Sie taucht einen Hai-Zahn hinauf. Größtes Geschenk für den glückseligen Gatten…

Diesen Tauchgang werden wir ganz sicher nicht vergessen.


Diskussion um Haifütterungen – gut oder schlecht?

Haifütterungen
Haifütterungen. Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Foto: Michael Dunker

Natürlich gibt es Diskussionen um Haifütterungen, die rund um die Welt stattfinden. Das Streitthema polarisiert. Es gibt Forscher, die Haifütterungen als Effekthascherei und Jahrmarkt-Attraktion ablehnen. Und in der Tat gibt es einige bedenkenswerte Punkte: Das Futter im Wasser verändert das Verhalten der Tiere. Wir haben es selbst erlebt – aus scheuen Tieren, werden hungrige und neugierige Räuber. Die regelmäßigen Fütterungen konditionieren die Haie. Sie begegnen Tauchern nun mit weniger Abstand. Taucher in normalen Tauchgängen könnten überrascht von diesem Verhalten sein und möglicherweise falsch reagieren. Und, na klar: Viele Haie auf einem Fleck sind in starker Konkurrenz – so eine Haifütterung ist, wir haben es schon mehrfach betont, keine Disney-Attraktion.

Auf der anderen Seite: Der Hai-Tourismus bringt positive Aufmerksamkeit und Devisen. Beispiel Fidschi-Inseln – hier wurde nach vielen Jahren der Haifütterungen eine ganze Industrie ernährt. Lebende Haie sind weitaus wertvoller als tote Tiere. Auf Fidschi führte dieses Wissen dazu, dass mit dem „Shark Reef Marine National Park“ der erste Unterwassernationalpark geschaffen wurde. Auch auf den Bahamas gilt „zero tolerance“ – Haie töten streng verboten. Kein Wunder: Über 80 Millionen Dollar sollen die Haitauchgänge jährlich einbringen. Auch, wenn es traurig klingt – die Geldmaschinerie schützt Haie. Und nicht zuletzt – die Taucher werden in der Regel zu Botschaftern der Haie. Sie setzen sich gegen Finning und das sinnlose Abschlachten der weltweit verhassten Meeresräuber ein. So wie wir. Wir sind Paten im Sharkproject. Diese Organisation setzt sich seit 2002 für den Schutz der Haie und der maritimen Umwelt ein. Der südafrikanische Haischützer und Botschafter des Sharkproject Andrew F. Cobb sagt es ganz klar: „Wenn die Haie sterben, stirbt das Meer. Und wenn das Meer stirbt, sterben wir!“.

Michi hat seinen Spaß während der Haifütterung. Foto: Michael Dunker

Das Sharkproject hat eine ambivalente Haltung gegenüber den Haifütterungen: Auf der einen Seite wird der starke PR-Effekt auch hier geschätzt. Aber die jahrelange positive Imagekampagne für Haie führte laut der Organisation zu folgendem Kreislauf: „Unerfahrene Guides, Futter im Wasser, keine Briefings, Haie, die ihre Scheu vor dem Menschen verloren haben und Menschen, die ihren Respekt vor den Haien verloren haben. Eine unselige Mischung, die leider verstärkt zu Unfällen und sogar zu Todesfällen führt. Und die wiederrum verursachen Angst vor dem Hai.“

Unser Apell daher an alle, die auch so einen Tauchgang mit Haien wagen möchten: Geht umsichtig vor. Sucht Euch eine professionelle Tauchbasis mit guter Reputation. Am Tauchplatz sollte es ein ausführliches Sicherheitsbriefing mit Tipps zum Verhalten geben. Hektik an Bord oder schlechte Wetterbedingungen sind Gift für einen sicheren Tauchgang mit Haien. Bei schlechter Sicht sollte der Tauchgang abgesagt werden. Anfüttern sollte tabu sein, also kein Futter im offenen Wasser. Neben dem Sharkfeeder sollten mehrere Sicherheitstaucher dabei sein.

Haie: Verhaltensregeln bei Haibegegnungen

  • Keine hektischen Bewegungen (Flossenschlag kontrollieren).
  • Entspannt atmen.
  • Den Anweisungen des Tauchguides folgen.
  • Respekt vor Haien niemals verlieren.
  • Vorsichtig und aufmerksam bleiben.
  • Augenkontakt zum näherkommenden Hai halten.
  • Nie vom Hai wegschwimmen, wenn er sich nähert (Beuteverhalten).
  • Den Hai nicht stören, berühren, unter Druck setzen oder in die Enge treiben.
  • Kamera entgegenhalten, wenn das Tier viel zu nahe kommt oder Distance-Stick benutzen (Kunststoff-Stab vertikal entgegenhalten).
  • In der Gruppe bleiben. Sich gegenseitig beobachten und die Situation kontrollieren.
  • Bei unbehaglichem Gefühl das Wasser vorsichtig verlassen (niemals alleine).

(Quelle: Sharkproject hands off)

Verhaltensregeln während der Haifütterung: Ruhig bleiben, den Anweisungen der Crew folgen, keine hektischen Bewegungen. Foto: Michael Dunker

Tauchen mit Haien – darum haben wir keine Angst

Wir haben keine Angst vor Haien. Wir haben Respekt. Denn Haie sind Raubtiere. Die unangefochtene Spitze der Unterwasser-Nahrungskette. Haie sind keine Kuscheltiere. Sie sind durchaus gefährlich. Aber Haie sind keine Monster, die im permanenten Fressrausch alles beißen, was ihnen vor die Kiefer kommt. Wir wissen das seit vielen Jahren. Wir schützen Haie, wir erzählen leidenschaftlich von den zufälligen Begegnungen mit diesen vorsichtigen und generell menschenscheuen Tieren.

Bitte recht freundlich! Ein karibischer Riffhai zeigt sein schönstes Lächeln.
Foto: Michael Dunker

Besonders Michi ist fasziniert von Haien. Doch das war nicht immer so!

„Ich war noch recht jung, als ich das erste Mal ‚Der weiße Hai‘ von Steven Spielberg sah. Von da an hatte ich Angst vor diesen Monstern aus der Tiefe. Ich sprang nur ungern vom Boot zum Baden ins Blaue. Weit Rausschwimmen im Urlaub – lieber nicht. So wie mir ging es Millionen Menschen auf dem Planeten. Die Urangst vor Haien wurde im Kino geboren.

Doch damit wollte ich mich nicht abfinden. Ich wollte dem Grauen ins Auge schauen. Wollte sehen, wie wild und blutrünstig diese Weißen Haie wirklich sind. Wollte mein Unbehagen beim Baden im Meer abschütteln. Auf den Malediven begannen wir mit dem Tauchen. Und schon beim ersten Schnorcheln hatte ich meine Haibegegnung! Ich war allein am Riff, schaute mir die Korallen an. Ich drehte mich im Wasser. Und da! Das Tier war plötzlich aufgetaucht. Im wahrsten Wortsinn. Wir schauten uns an – ein Flossenschlag. Der Hai war verschwunden. In meiner Erinnerung maß der Fisch drei Meter. In Wahrheit war er wahrscheinlich viel kleiner als ich. Und ich hatte meine erste Lektion gelernt: Nicht jeder Hai frisst sofort Menschen oder greift an.

Nikki und Michi beim Tauchgang mit Haien. Respekt, keine Angst. Foto: finphoto

In den vergangenen 20 Jahren hatten wir viele Haibegegnungen. Und keine war beängstigend oder gefährlich. Die Räuber patrouillieren gern in einiger Entfernung an Menschen vorbei. Manchmal ziehen sie neugierig ein paar Kreise. Aber dann verschwinden sie in der Regel recht schnell im unendlichen Blau.

Auch die atemberaubende Begegnung mit dem Großen Weißen Hai in der Shark Alley vor Gansbaai in Südafrika war kein traumatisierendes Erlebnis. Im Gegenteil. Es brachte mich diesen majestätischen Tieren noch näher. Denn obwohl die Weißen Haie hier mit verführerisch duftenden Fischteilen geködert wurden (man muss schon ein Hai sein, um darauf abzufahren), war der Große Weiße bedächtig. Er zirkelte um das Boot, um den Käfig. Um den Köder. Hochinteressiert. Aber gelassen langsam. Es dauerte Minuten, bis es zu einem Biss in den Köder kam. Es wäre töricht von einem sanften Riesen zu sprechen. Der Weiße Hai ist der Chef der Nahrungskette. Ein riesiges Tier mit einem messerscharfen Revolvergebiss. Nicht nur das gigantische Maul, auch die tiefschwarzen Augen sind furchteinflößend. Keine Frage, der Carcharodon carcharias ist kein Haustier. Aber der Große Weiße Hai ist auch keine menschenjagende Fressmaschine. Menschen gehören nicht zu seiner Beute. Unfälle gibt es, sie sind aber selten. Drei bis sieben Angriffe werden pro Jahr gezählt (Quelle: FAO), die nicht von Menschen forciert wurden. Aber ist das ein Wunder?

Wer würde auf die Idee kommen, in der Savanne Rollschuh zu laufen, wenn Löwen oder Leoparden in der Nähe sind? Genau. Niemand.

Haie: Wunderschöne und schützenswerte Tiere. Foto: Michael Dunker

Fotogalerie: Haifütterung

Summary
  1. Tolle Einblicke in die Unterwasserwelt und ein guter Hinweis für alle, die Angst vor Haien haben. Fliegen ist gefährlicher .-) Also Leute, lasst den Hai am Leben und alles wird gut!

    Liebe Grüße
    Flo von den Phototravellers

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