Tag 8 – Game Drive im Addo Elephant Park

addo elephant park suedafrikaDer Wecker piept um 5.45 Uhr. Wir müssen los. Es ist noch frisch, wir brauchen Jacken. Ein Kaffee am erloschenen Kamin im Haupthaus. Ed ist schon da. Unser Guide. Er lacht ein breites afrikanisches Lachen und mahnt zum Aufbruch. Unser Herz hüpft. Wir sind allein mit ihm, fahren die nächsten sechs Stunden mit ihm und dem angeschrammelten Geländewagen durch den Busch. Nochmal 18 Kilometer Fahrt auf dem offenen Wagen. Wir blinzeln in die Morgensonne. Dann stoppt Ed den Wagen. Er hat den Bau einer Hyäne erspäht. Die Gruppe ist bereits von der nächtlichen Jagd zurück, das Muttertier leckt liebevoll die Welpen.

Bilderbuch-Safari: Elefanten, Büffel, Zebras

Wenige Hundert Meter weiter bricht plötzlich ein Elefant durch den nur mannhohen Busch. Er ist auf dem Weg zum Wasserloch. Noch allein. Ed schätzt, dass das männliche halbstarke Tier rund 14 Jahre alt ist, und nun bald die Herde verlassen wird, um allein erwachsen zu werden. Bussarde ziehen Kreise am Himmel, wir stoppen direkt neben einem Falken, der einen frisch gefangenen Mausvogel (red-faced Mousebird)in den Fängen hält. Immer wieder kommen nun Elefanten aus dem Busch, streben in Verbänden zu den Wasserlöchern, die Ed alle kennt. Auch Büffel wollen trinken, sie stampfen schnaubend direkt am Land Rover vorbei. Aussteigen ist natürlich strikt verboten. Verständlich. Denn so ein massiger Büffel kann extrem aggressiv reagieren. Doch auch der Büffel kennt seinen Meister: Zwei Elefanten sind die Chefs am Wasser. Hier trinken nur sie. Nach zehn Minuten vorsichtigem Abtasten gestatten die Dickhäuter den Büffeln einen Drink. Warzenscheine laufen umher, in einer Sandkuhle döst ein Fuchs in den Tag. Zebras galoppieren ängstlich durch die Graslandschaft. Eine Bilderbuch-Safari. Wir sind glücklich.

Picknick mit Elefantenherde

Wir picknicken direkt vor einer Elefantenherde, Ed packt gekochte Eier, frische Früchte und süßes Bananenbrot aus. Er erzählt von seinem dreijährigen Sohn und seiner Frau, mit der er nur wenige Kilometer vom Zuurberg-Pass entfernt lebt. Er ist stolz, denn er verdient mehr als die 1600 Rand (160 Euro) mit denen vielen Arbeiter pro Monat klarkommen müssen. „Ich kann mir jeden Tag Billtong leisten“, sagt er stolz mit einem Lächeln. Das getrocknete und lecker gewürzte Fleisch ist eine Delikatesse und auch ein bisschen Statussymbol. Denn eine Packung kann über 50 Rand (5 Euro) kosten. Arme Familien müssen sich drei Wochen von zwei Kilogramm schlechtem Fleisch ernähren, sagt Ed. „Oder es gibt überhaupt nur Brotteig von morgens bis abends.“ Die zweite Runde unserer Pirschfahrt (Game Drive) ist ebenso aufregend wie die erste. Neben Kudus und anderen Antilopenarten sehen wir große Herden von Elefanten. Ein Muttertier zieht ihre Familie direkt vor unserem Fahrzeug entlang. Begegnungen die unsere Herzen berühren. Zurück an der Lodge. Der Abschied fällt schwer. Unser Wagen steht gewaschen und poliert vor unserem reetgedeckten Cottage. Traurig fahren wir zurück Richtung Zivilisation und Port Elizabeth.

Bloukrans-Brücke: Höchster Bungee-Sprung der Welt

Wir fahren am Storms River Valley vorbei, hier beginnt die in vielen Reiseführern hochgelobte Garden Route Südafrikas. Es geht vorbei an den Tsitsikama- und Outeniqua-Bergen. Eine hübsche Kulisse. Tsitskikama ist ein Nationalpark. Hier kann man tolle Wanderungen unternehmen. Im über 80 Kilometer langen Streifen an der Küste steht einer der letzten Urwälder Südafrikas. Die schwankende Hängebrücke über dem Storms River ist ein beliebtes Ziel. Zurzeit allerdings nicht. Denn ein Feuer hat die Brücke im letzten Jahr beschädigt, sagt man uns. Wir fahren also weiter. Stopp an der Bloukransbrücke. Mit 216 Metern kann man hier den höchsten Bungeejump der Welt machen. Tatsächlich sehen wir viele Verrückte, die sich kopfüber vom Beton stürzen. Die Gesichter angstverzerrt, danach hocheuphorisch. „Face Adrenalin“ heißt der Anbieter sinnigerweise… Wir würden gern über die R102 weiterfahren und den bildhübschen Bloukrans Pass nehmen. Die Fahrt durch das angrenzende Nature’s Valley soll zauberhaft sein. Doch leider sind Pass und Straße gesperrt, Bauarbeiten…

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