Tag 14 in Südafrika – Fallschirmsprung in Kapstadt als Finale

Mehr geht nicht. Dachten wir. Der Tourenzähler meldet über 3000 gefahrene Kilometer in 14 Tagen. Die Kameras haben Elefanten, Büffel und anderes Wild eingefangen. Wir haben Wasser geschluckt beim Tauchen mit dem Weißen Hai, sind gemeinsam von einer Brücke gesprungen, haben an einsamen Stränden geträumt. Und jetzt stehen wir eine halbe Autostunde nördlich von Kapstadt im Staub vor einem Flugzeughangar. Setzen an zum großen Finale. Die Falter im Bauch sind längst gestartet. Wir müssen noch zehn Minuten warten. Dann heben auch wir ab. Zum ersten Fallschirmsprung unseres Lebens. Sollen die Flugzeugtür in 3500 Metern Höhe aufstoßen und uns hinaus stürzen…

Tandemsprung mit Skydive Cape Town

Steigen Sie mit Nikki und Michi in das kleine Flugzeug, schrauben Sie sich mit in 3500 Meter Höhe. Natürlich ist ein Fallschirmsprung vor dem Bildschirm nicht das gleiche, wie dabei zu sein. Aber vielleicht bewegen wir ja Ihren Herzschlag ein klein wenig? Viel Spaß beim Video – einmal Play drücken und zurücklehnen…

Nördlich von Kapstadt: Vorbereitung zum Tandemsprung

Die Jungs von „Skydive Cape Town“ sind wirklich nett. Sie reden wenig über die Erklärung, die wir unterschreiben müssen und wer im Falle eines schnellen Falles zu benachrichtigen ist. Sie plaudern lieber locker über Sicherheitsösen und den großen und den Sicherheitsfallschirm. Und die automatische Auslösung zur rechten Zeit, falls sich oben einer schlafen legt. Verrückterweise sind wir beide recht ruhig. Keine Panik, keine Angst. Nicht mal zittrig. Nur sehr gespannt. Wir sind verschnürt wie ein Weihnachtspaket von Oma. Und treten aus dem Hangar. Die Sonne knallt. Eine Cessna brummt. Landet vor uns auf einem Streifen Teer hier im Nirgendwo. Wir werden diese Landung nicht mitmachen. Wir steigen oben aus.

Der Fünfsitzer wird per Handpumpe betankt. Wir steigen mit unseren Tandemmastern ein. Fünfsitzer? Fünfhocker! Sitze gibt es keine, wir kauern auf dem Boden. Die Tür klappt zu. Der Pilot fummelt an den Instrumenten, wir brummen los, heben ab. Pilot isst Sandwich, trinkt Limo und redet kein Wort. Nikkis Guide ist fürchterlich lieb und erklärt jede Schnalle. Der Kameramann sitzt hinten, grinst ein leicht verrücktes „Mal sehen, wie die reagieren.“ Wir hätten es nie geglaubt: Ja, man kann die Aussicht genießen so kurz vor dem Sprung. Melkbosstrand, Bloubergstrand, Table Mountain und Robben Island. Die winzige Insel, auf der Nelson Mandela 20 Jahre lang lebendig begraben war. Wir dagegen sollen die jetzt die Freiheit schmecken.

Für echte Aussteiger: Fallschirmsprung aus 3500 Metern Höhe

Die Cessna hat sich fast auf die Absprunghöhe geschraubt. 20 Minuten, sagt die Uhr. Einen Atemzug, sagt der Körper. Der Pilot wackelt mit Zeige- und Mittelfinger. Noch zwei Minuten. Michi schaut auf die Uhr. 13.11 Uhr. Toll! Ausstieg um 13.13 Uhr. Ein wildes Zeichen. Der Pilot dreht sich nach rechts, zieht am Türknauf. Hell. Laut. Herz. Beine raus. Staunen. Adrenalin. Keine Furcht. Loslassen. Aaaaaaaaaaahhhhhhhh!

Geil! Geil! Geil! Wir drehen uns im Fallen auf den Rücken. Das Flugzeug wird zum Spielzeugflieger. Rast nach oben wie im Fahrstuhl. Oder wir nach unten? Gedreht. Wir fliegen! Fliegen ohne Flügel. Atemlos. Die Luft brettert mit 220 km/h an den Ohren vorbei. Freiheit. 30 Sekunden dauert der freie Fall. Gefühlt wie Wimpernschlag und Ewigkeit gleichermaßen. Besinnungslose Freude. Kein Gedanke an den Schirm. Wupp – ein Ruck! Der Fallschirm flappt. Wir segeln, genießen das Panorama über Kapstadt, drehen wilde Runden, gleiten dann sanft weiter. Landung im Sand. Perfekt Michi umklammert die Kamera. Nikki grinst und wird diesen Gesichtsausdruck erst spät nachts im Schlaf an Bord der großen Boeing 777 verlieren. Perfektes Glück am letzten Tag. Und eine Ladung Adrenalin zum tiefen Durchatmen.

Noch mehr Infos zum Fallschirmspringen in Kapstadt

Zuerst einmal vielen Dank an die Profis von Skydive Cape Town! Denn dort, am Melkbosstrand in der Nähe von Kapstadt, haben wir unseren ersten Tandemsprung gemacht. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und gelassen. Keine Spur von Hektik, obwohl Skydive Cape Town gut gebucht ist. Das heißt: Ein paar Tage vorher reservieren ist eigentlich Pflicht. Und am Sprungtag sollte man sich morgens noch einmal bei Skydive Cape Town vergewissern, wie das Wetter ist. Bei zu viel Wind wird nicht gesprungen.

Die Drop Zone von Skydive Cape Town liegt übrigens nicht in Kapstadt selbst, sondern rund eine halbe Autostunde entfernt Richtung Norden. Vorbei am Bloubergstrand bis Melkbosstrand. Dann fährt man Richtung Norden auf der R27. Ein paar Kilometer nach der Ampelkreuzung von Melkbosstrand kommt ein winziges Schild mit einem Flugzeug (Airfield Sign) am Straßenrand. Hier auf die Schotterpiste nach rechts abbiegen und zwei Kilometer langsam dem Tandemsprung entgegenfahren…

Die Kosten für einen Tandemsprung in Südafrika

Ein Tandemsprung bei Skydive Cape Town kostet pro Person zurzeit 1400 südafrikanische Rand, das sind etwas weniger als 120 Euro (Stand Mai 2008). Wer ein Video vom Sprung müöchte (ja natürlich will man ein Video von seinem Fallschirmsprung!), zahlt nochmal 550 Rand (etwa 45 Euro). Unsere Recherchen haben ergeben, dass Fallschirmspringen in Südafrika im internationalen Vergleich damit wirklich günstig ist.

Wer direkt Kontakt mit Skydive Cape Town aufnehmen will, kann das hier tun:

Skydive Cape Town
E-Mail: bookings@skydivecapetown.za.net
Telefon: +27 82 800 6290
Skydive Cape Town

Totsiens* und Tschüs Südafrika!

*Totsiens ist afrikaans und heißt, na klar: tschüs.

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  1. ey ihr verrückten! ich hab nix anderes erwartet. haha! weiter so :)

  2. WoW…. Das sieht super aus! Sollte ich mir auch unbedingt überlegen… Würde sonst nie drauf kommen sowas in Afrika zu machen xD

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