Reisebericht Costa Rica 2006

Vulkan Arenal in Costa Rica - Reisebericht Nikki&Michi 2006. Foto: www.nikkiundmichi.deGrün! Grün! Grün! Nach 13 Stunden Flug zieht ein grüner Teppich unter dem Flieger entlang. Zuerst Nicaragua dann Costa Rica. Schon bei der Ankunft sehen wir: Columbus hatte Recht. DAS ist eine reiche Küste! Nikki&Michi auf großer Reise – Reisebericht Costa Rica: Über 2000 Kilometer mit dem kleinen Jeep durch das grüne Land in Mittelamerika. Wir besteigen Vulkane, sausen an Drahtseilen durch den Dschungel (Canopy), fliegen mit dem kleinen Ultraleicht-Flieger über die Küste, Tauchen im Pazifik bei den Catalina Islands, Reiten zwischen Vulkanen am Rincon de La Vieja. Durchstreifen Costa Rica von der Grenze zu Nicaragua im Norden bis nach Panama im Süden. Fahren von der Pazifikküste im Westen bis an die Karibik im Osten. Und klettern durch die Hochnebelwälder auf dem Rücken Mittelamerikas bei Santa Elena und Monteverde… Reisebericht Nikki&Michi 16.3. bis 31.3.2006.

Reisebericht Costa Rica: Mit dem Auto durch das mittelamerikanische Land. Foto: www.nikkiundmichi.de

Costa Rica Reisebericht – das grüne Paradies

Nach einer kurzen Nacht beginnt der lange Trip und wird nach fünf Minuten Fahrt mit dem Geländewagen abgewürgt. 30 Minuten Anstehen in der Bank. So ist das hier. Wer Geld will, muss Geduld haben. Fahrt zum Vulkan Poás – einer echten Schönheit nördlich der Hauptstadt San Jose. Doch der Kerl ist scheu, versteckt sich im dicken Nebel. Waschküche pur. Achterbahn der Temperaturen. Von 30 Grad auf 18 Grad Celsius in 20 Minuten. Auf 2574 Metern ist es kühl…Weiter zu den Wasserfällen von LaPaz. a Eine Kulisse wie aus der TV-Serie. Natur pur. Schmetterlinge riesengroß. Plötzlich Summen und Brummen. Mutierte Hummeln? Kolibris! Richtung Norden durch das saftige Paradies. Doch dann bricht die Hölle herein. Verfahren! Die Nacht droht. Und das Ende aller Straßen. Schotterpiste? Flussbett! Und 38 verdammt ewige Kilometer… Belastungsprobe für den Daihatsu Terios. Boca Tapada – die kleine Ansammlung von Hütten, will sich nicht finden lassen. Leichter Regen, starker Regen, Sturzbach. Nacht. Die Scheinwerfer lecken über unbefestigte Wege. Und dann doch über dieses Schild:Laguna del Lagarto Lodge -> 1 Km. Das Abendessen ist noch lauwarm. Der Dschungel brüllt. Wir dämmern in den Schlaf.

Grüne Frösche in Costa Rica. Reisebericht und Foto: www.nikkiundmichi.de

An der Grenze zu Nicaragua: Laguna del Lagarto Lodge

Was für ein Wecker! 5.30 Uhr – der Urwald lebt. 2 Stunden später stehen wir am Fluß Rio San Carlos. Das Boot kommt wie bestellt. Fahrt Richtung Nicaragua. Der Kapitän hat ein Adlerauge. Findet für uns Krokodil, rote Aras, schwarze Flussschildkröten, Otter, riesige Leguane, 1001 Vogel. Beidrehen am Rio San Juan. Besuch im Grenzdorf. Keine 50 Seelen. Aber ein Telefon. Und Coca-Cola. Die Schule: Ein Zimmer in Beton, die Mission – ein Verschlag der zu Tränen rührt. Doch die Menschen lachen. Rufen:„Pura Vida!“ Wieder in der Lodge. Gummistiefel an und ab in den Wald. DEN Wald. Pfeilgiftfrösche, Schlangen, Affen, Tukane, Riesenameisen. Jurassic Park life. Die Krönung später vor unserer Lodge-Tür: Ein pechschwarzer Marder – fast einen Meter lang.

Dschungel in Costa Rica, Nähe Boca Tapada, Laguna del Lagarto Lodge. Foto: www.nikkiundmichi.de

Wie lange schläft man, wenn man um 20 Uhr ins Bett geht? Bis 5.30 Uhr. Und dann sieht man einen Nasenbären im Baum. Mit „Guanabana“-Saft, Reis und schwarzen Bohnen im Bauch die Schotterhölle zurück in die Zivilisation. Sieht freundlicher aus bei Tag. Unser Auto ist anderer Meinung. Hält aber durch. Nikki fährt wie Jutta Kleinschmidt. Richtung Vulkan Arenal. Einem der aktivsten Vulkane der Erde. Rotzt jede Nacht Lava und Geröll in den Himmel. Als kleinen Vorgeschmack gibt es Schwefel zwischen die Lippen. Beziehen jetzt unseren Bungalow mit Blick auf Ihre Majestät. Dann warten wir auf den Ausbruch…

Vulkan Arenal: Canopy und Hanging Bridges

Der Vulkan Arenal zickt. Wolken. Nutzen sein Nebenprodukt – heiße Schwefelquellen. Wollen 30 Minuten chillen. Schaffen keine acht. Die braune Brühe ist zu heiß. Kreislauf dreht. Die Pumpe geht. Weiche Haut. Ab ins Steakhouse. Lecker Fleischberge und scharfe Jalapenos. Besuchen die Hanging Bridges Arenal. Wieder Nikkis Adleraugen: Ganze Familie Weissbrustkapuziner-Affen gesichtet. Michis Höhenangst ist tot. Steppt im 3/4-Takt über schulterschmale Stahltrosse. 45 Meter über dem dampfenden Urwald. Kolibris, Nasenbären und Donnerschläge vom Vulkan Arenal. Wir haben eine Audienz! Null Wolken, beste Sicht auf den Vulkan. Der Guide mit dem Helm grinst: Gibt es nur alle paar Jahre mal so. Brüllaffen machen ihrem Namen alle Ehre. Wollen uns verscheuchen. Der Guide klinkt sich ein und zischt durch den Urwald. Canopy mit SkyTrek direkt am Vulkan Arenal! (Ist das bitte der HAMMER!) An ein fingerdickes Stahlseil geschnallt, rasen wir in 200 Metern Höhe über den Urwald. Bungee war gestern… WAAAHNSINN!

Canopy SkyTrek am Vulkan Arenal. Nikki wird in die Zipline eingeklinkt. Foto: www.nikkiundmichi.de

Reisevideo: Canopy mit Skytrek am Arenal

Was wäre ein Costa Rica Reisebericht ohne Video! Hier oben auf der Seite der Film der coolen Action über den Baumwipfeln am Vulkan Arenal. Nikki&Michi an dünnen Drahtseilen 200 Meter über dem Erdboden. Über 60 km/h schnell. Es gibt mehrere Ziplines. Die längste ist 750 Meter lang.

Costa Rica dampft: Vulkan Arenal bricht aus

Der Arenal rülpst wie tausend Gewitter. Vulkan-Ausbruch. Dicke Brocken krachen aus 1700 Metern gen Erdboden. Abends auf Schotter zur Aussicht. Fisch frisch aus dem Stausee. Und dabei Lava gucken. Saftig! Der Dschungel will die Straße zurück. Doch der Teer trotzt. Noch. Schlaglöcher fressen sich gegenseitig. Rund um den Arenal-See Offroad mit Asphaltflecken. Achtung, Wegelagerer! Nikki schreit, Michi bremst. 10 Nasenbären umzingeln den Wagen. Geben Kekse, wollen weiter. Der Anführer schlägt mit den Tatzen gegen die Tür. Will uns zum Bleiben bewegen – no. Kulturschock. Plötzlich über 30 Grad. Die Klima im Daihatsu ächzt. Die Stoßdämpfer machen’s nach.

Reiten im Rincón de la Vieja in Costa Rica. Foto: www.nikkiundmichi.de

Pferde satteln im Rincon de la Vieja

Sind auf dem Weg ins „Rincón dela Vieja„. Karg, braun, wieder grün, Piste. 20 Kilometer Einsamkeit. Danach die Lodge. Traum! Beziehen die Blockhütte in der Rincón de la Vieja Lodge. Und dann los. Zu Fuß zu den heißen Schwefelquellen Azufrales. Aufwärts, abwärts. Vor fünf Tagen in Hamburg im Schnee gestapft. Jetzt nackt mit dem Ehepartner im Schwefelbad. Blubb! Keine Menschen außer uns. Ein neuer Weg zurück. Zu neu. Erst Pampa, dann Prärie. Lost in Costa Rica. Vulkan Rincón in Sicht. Sonst nichts. Doch Hänsel und Gretel finden zurück. Und sehen Affen. Viele Affen. Und dann die Rincón de la Vieja Lodge. Mit warmen Cola-Rum begossen. Schön, denn dann der nächste Schock. Michi hat ’ne Bande Mini-Zecken mitgebracht. Lausen uns wie die Affen. Nix passiert. Guanabana-Saft zum Abendessen. So soll es sein! Miguel hat die Pferde schon gesattelt, schiebt seinen Gaucho-Hut in den Nacken. „Vamos!“ Knapp sechs Stunden wollen wir durch das Rincón de la Vieja reiten. Funktioniert super! Denken wir nach einer Stunde. Ahnen nicht, was wir fünf Stunden später denken… Am Rincón und seiner vulkanischen Schwester „Santa Maria“ vorbei. Aus dem Wald in die Prärie.

Reisevideo: Reiten in Costa Rica, Rincón de la Vieja

Das Glück dieser Erde… Im Rincón de la Vieja liegt es garantiert auf dem Rücken der Pferde. Denn das Video zu unserem Costa Rica Reisebricht zeigt: die schöne Landschaft im Herzen Costa Ricas genießt man am besten bei einem stundenlangen Ausritt. Baden in romantischen Wasserfällen inklusive. Das Video startet nach zwei Klicks auf das Play-Symbol in der Mitte.

Costa Rica von oben: Blick über Nicoya bis zum Pazifik

Saugen die Freiheit ein, schauen bis zum Pazifik. Über die Halbinsel Nicoya. Dort werden wir morgen tauchen. Die Pferde schnaufen. Steigen zuerst ab und dann durch den Wald. Abwärts. Rauschen. Wasserfall. Paradies. So blau wie in der Werbung. Baden, trinken, Pause. Seelenmassage. Aufwärts. Noch ’ne Minizecke. Mann! Miguel grinst: „Jetzt noch vier Stunden zu Fuß.“ Liebt Scherze der Costa-Rica-Cowboy. Verstehen zum Glück nicht jeden. Er kann nur spanisch. Gehen dann doch zwei Stunden. Sehen knallheiße Quellen. Über 100 Grad. Schlamm blubbt. Vulkan-Gastritis. Miguel schwebt im Affenzahn über Stock und Stein. Wollen ihm gerade die Batterien aus dem Rücken reißen, da geht ein Schuh kaputt. Waffengleichheit, hehehe. Vom Pferd ins Auto. Und talwärts, nach Nicoya. Haben nun ja schon viele beschissene Straßen gesehen. Aber das hier ist die Mutter aller Piss-Pisten! Kommen vor der Dämmerung bei Barbara und Harald an. Die haben über 160 Tiere. Und ein kaltes Bier. Morgen tauchen. Gute Nacht.

Blick auf die Strände an der Pzifikküste Costa Ricas. Foto: www.nikkiundmichi.de

Pazifik-Küste: Tauchen bei den Catalina Islands

Barbara ist eine Tiernärrin. Eigentlich ist sie Tauchlehrerin, aber sie lehrt nicht mehr (jedenfalls nicht, als wir sie besuchten) und taucht lieber ab in die Welt ihrer Tiere. Über 30 Katzen, ungezählte Hunde, Papageien, Nasen- und Waschbären, etc., insgesamt 160 Tiere. Zusammen mit Harald betreibt Barbara die Tauchbasis Costa Rica Diving. Die beiden sind furchtbar nett. wir können den Aufenthalt nur empfehlen. Wir bleiben leider nur eine Nacht. Schade, denn hier sind wir gerne Gast, das Zimmer ist liebevoll eingerichtet. Barbaras Partner Harald ist ein brummiger Seebär. Aber das ist nur Fassade, auch er ist sehr nett. Er spricht am liebsten, wenn er auf seinem Schiff ist. So wie jetzt. Fährt uns raus zu den Catalina-lslands. Tauchen. Sehen einen Manta vom Boot aus. Und Delphine. Unten nur mäßige Sicht – zehn Meter. Dafür große Igelfische und Muränen. Der Manta ist weiter gezogen. Machen wir auch so.

Ultralight fliegen über Samara

An der Küste südwärts. Kurz vor Samara holpert der Wagen von der Piste. Ein weiterer Höhepunkt unseres Costa Rica Reiseberichtes beginnt: Wir müssen durch einen Fluss. Der Lohn: Die Flying Crocodile Lodge – ein perfekter Ort. Hängematten, gigantischer Luxusbungalow mit Baum im Wohnzimmer und Fenstern rundum. Die Nacht dauert wieder bis 5.30 Uhr. Panoramablick auf Fledermäuse und Eichhörnchen. Die Hörnchen hier packen die deutschen Kollegen locker unten der Arm. Diese Strände! Weit schweifen die Augen über den weißen Sand. Tasten das von Palmen gesäumte Halbrund ab. Dunst hängt in den Buchten. Macht die Hitze noch etwas schwüler. Der Pazifik liebt diese Strände, wirft sich mit eindrucksvoll türkisen Rollen gegen den Sand. Marc wischt die verschwitzten Haare aus dem Gesicht, legt den Schraubenschlüssel beiseite. „Die Thermik ist gut. Wir starten.“ Mit dem Ultraleichtflieger will er uns das Land von oben zeigen.

Ultraleicht Flieger der Flying Crocodiles in Costa Rica. Nähe Samara. Foto: www.nikkiundmichi.de

Nikki steigt zuerst in den Zweisitzer. Auaah! Wie geil ist das! Der UL-Flieger schnurrt über die Piste aus verbranntem Rasen. Und ab! Der Motordrachen steigt und steigt. Diese traumhaften Strände Costa Ricas von oben. Rochen im Meer, Krokodile im Fluss. Die Bucht von Samara gleitet unter den Flügeln entlang. „Achterbahn?“ Marcs Frage ist rhetorisch. Sturzflug! Und dann rasen wir zwei Meter über den Wellen entlang. Abends erzählt Oma Ellen Aussteiger-Geschichten. Letzter Cuba Libre unter dem Baum im Wohnzimmer. Wir schreiben weiter am Costa Rica Reisebericht. Morgen geht es in die Berge – nach Monteverde. In den Nebenwald. Pura Vida!

Reisevideo: Im Ultraleicht-Flieger über Costa Rica

Was für ein erhabenes Gefühl: Mit dem Ultraleicht-Flieger steigen wir auf und fliegen über die Sträne der Nicoya-Halbinsel in der Nähe von Samara. Die Flying Crocodiles fliegen sicher – Empfehlung! Hier das Video vom Flug über die Pazifik-Küste, zum ansehen zweimal das Playsymbol klicken.

Costa Rica mystisch: Nebelwald in Monteverde und Santa Elena

Die fliegenden Krokodile sind im heißen Staub der Nicoya-Halbinsel hinter uns verschwunden. Starteten bei 35 Grad. Jetzt windet sich der Wagen ins Gebirge. Die kleine Goldgräberstadt „Las Juntas“ ist nur noch Durchgangsstation auf dem Weg nach Monteverde und Santa Elena – einer Nebelwaldregion hoch oben in den Bergen. Belastungsprobe für Stoßdämpfer und Nerven. Neben der Piste grinst der Abgrund. Wir kriechen Zentralamerikas Rücken empor. Die Sicht ist allein deswegen atemberaubend, weil heftige Windstöße an uns und der Vegetation reißen. Der Wagen wackelt. Dann Häuschen links und rechts. Santa Elena – Ausgangspunkt für Touren in den Wald. Wir bleiben im kleinen süßen Hotel Las Orquideas. Ein Familienbetrieb. Hotelbesitzer Chris gibt wertvolle Tipps. Erster Hike durch den Märchenwald. Nebel umklammert die grün bewachsenen Bäume und das dichte Unterholz. Abends dickes Steak. Jetzt sollen die aufbrausenden Orkanböen doch an den Hotelfenstern rütteln. Pah! Und dann legt sich Costa Rica voll ins Zeug. Ein kleines Erdbeben zupft am Hotel. Chris klopft extra an – „Did you feel it?!“ Er verspricht ein Nachbeben innerhalb 30 Minuten. Wir erfahren, dass der Poas ausgebrochen ist. Der Vulkan, den wir gleich am Anfang unseres Urlaubs besuchten. Jetzt ist er gesperrt. Und wir sind froh, dass wir nicht mit Lava jonglieren mussten.

Canopy und Abseilen in Monteverde, Costa Rica. Abenteuer im Dschungel. Foto: www.nikkiundmichi.de

Schwingen in den Baumkronen: Canopy im Urwald Costa Ricas

Wieder schwanken wir auf schmalen Brücken durch die Baumwipfel. Hanging Bridges in Santa Elena. Ganz früh, ganz allein. Danach durch den „Regenwald der Kinder„. Kids in aller Welt spendeten für dieses Projekt. Bär gesichtet, Schlange auch. Sind beide kaputt – Nikki&Michi natürlich, nicht Bär und Schlange. Fünf Stunden Fußmarsch in den Beinen. Trotzdem wieder ins Geschirr und Helme auf – diesmla bei der Original Canopy Tour in Monteverde. Klettern Leitern an Urwaldriesen hoch. Und – Sssiiitt! Ab durch die Baumkronen. Kaputt und glücklich. Wunderliches Wetter. Liegt an der kontinentalen Wasserscheide. Die Region bekommt die volle Packung vom Pazifik und der Karibik. Unser Hotel Las Orquideas blickt bis tief in den Golf von Nicoya. Fallwinde brüllen wieder mit Orkanstärke ins Tal. Das kleine Haus duckt sich tapfer in den Hang.

Reisevideo: Canopy im Urwald von Monteverde

Reisebericht Costa Rica mit Bewegtbild: Hier das Video von der Canopytour durch die Baumkronen in Monteverde, Costa Rica. Auch Abseilen von den Urwaldriesen muss gelernt sein. Ein toller Parcours mit wunderschönen Natureindrücken und natürlich jeder Menge Spaß und action. Um das Reisevideo anzusehen: zweimal Play drücken.

Einmal quer durch Costa Rica: Fahrt ins Orosi-Tal

Abfahrt ins Tal der Kaffeebauern – Orosi! Abfahrt ist auch wörtlich zu nehmen. Mörderisch. Nix für Herzschrittmacherträger. Enge Geröllserpentinen kerben den Berg. Einmalige Aussicht. Dann auf der Panamericana Richtung Feuerland. Das ist der sagenumwobene Highway Nummer 1. Diese Straße, die Panamericana durchzieht den gesamten amerikanischen Kontinent – von Alaska bis Feuerland. Sechs Polizeikontrollen auf unserer Fahrt. Werden vorher immer durch Lichthupe gewarnt. Auch wir warnen. Die Polizei heißt hier in Costa Rica übrigens Fuerza. Klingt lustig. San Jose ist ein Loch. Verfahren. Dann doch weiter. „Cartago“, „Paraiso“. Bretter-, Blech- und Betonhütten mit Fußballplatz.

Das Orosi Tal im Zenrum Costa Ricas. Das Tal der Kaffee-Bauern. Foto: www.nikkiundmichi.de

Paradiesisch ist nur die Schlüssellage: Der Eingang zum Orosi-Tal. Das ist das Tal des Kaffees. Darüber thront der Vulkan Irazú. Vornehm in Wolken gehüllt. Die Orosi-Lodge ist süß. Macht auch solchen Kaffee, wenn man will. Besuchen die Finca Christina, eine organische Kaffeeplantage. Charmante Chefin! Braut handgeröstetes schwarzes Gold und macht die geilste Limonade der Welt. Die wird im Gegensatz zum Kaffee aber nicht exportiert. Schade. Der Besuch auf der Finca Christina ist unbedingt empfehlenswert. Der Rundgang durch dei Kaffeeplantage ist wirklich lehrreich. Abends nur noch ein offenes Restaurant im Ort. Die anderen schließen verrückterweise bereits um 16.00 Uhr.

Karibikküste bis Panama: Drinks mit Rastas in Cahuita und Manzanillo

Wir sind wahnsinnig. Orosi wolkenverhangen. So soll unser Reisebericht Costa Rica nicht zu Ende gehen. Beschließen die Karibikküste zu besuchen. Wollen bis Panama. Zuerst dichter Nebel in den Bergen und Hochtälern. Dann Highway an die Küste. Badewannenschlaglöcher laden zum Kopfsprung ein. Ewig lange Bananenplantagen und bekannte Schilder – Chiquita, Del Monte, Dole und Co. Hier kommen unsere Banenen her. Die großen Firmen betonen imme, wie ökologisch hier alles zugeht, wie gut es den Arbeitern geht. Doch davon ist hier wenig zu spüren. Banenen, Bananen, Bananen – die Plantagen ziehen sich ewig an der Straße entlang. Schilder warnen immer wieder, in den Felder zu gehen. Es wird vor Flugzeugen gewarnt, die Chemikalien abwerfen. Dicke Schilder sind das – rot-weiß. Die Leute hier sehen nicht zufrieden aus. Wir hören, dass sie keine Gewerkschaften bilden dürfen. Dass die Männer nach Jahren knüppelharter Arbeit in den Plantagen krumm und sterial geworden sind. Dass das Geld kaum zum Leben reicht. Armut überall. Und dann die dicke Küstenstadt Puerto Limón. Sie ist groß, dreckig und hässlich. Überall Container mit Bananen. Bananen für die Welt. Was tut die Welt für die Bananen-Arbeiter?

Weiter durch die Hafenstadt und weiter an der Küste Richtung Süden. Karibikstrände! Mal weiß, mal schwarz. Bis nach Cahuita, ein kleines verschlafenes Aussteigernest. Dann Puerto Viejo. Kifferdorf. Fest in der Hand der Rastas. Geben noch einmal Gas. Bis Manzanillo. Dahinter wartet Panama. Muss warten bis zum nächsten Urlaub. Legen zufrieden die Beine hoch.

Regen in Costa Rica: Flüsse schwellen an. Foto: www.nikkiundmichi.de

Puerto Limón: Beinahe-Drama bei Flussdurchfahrt

Haben Costa Rica von Nord nach Süd und von West nach Ost durchquert. Konnten nach Nicaragua und Panama spucken. Sahen Pazifik und Karibische See. Spülen die Eindrücke mit Margaritas herunter. Die Karibik weint. Heult. Schleusen auf. Regen. Rückfahrt nach San Jose in Gefahr. Brauchen fünf Stunden. Eigentlich. Denn der Regen will uns stoppen. Tarnt die Schlaglöcher. Färbt die Karibik braun. Die Flüsse auch. Und lässt sie zu dicken Adern anschwellen. Straße weg, neuer Fluss geboren. Wir durch. Waren bange, dauerte nicht lange. Dann Drama in Puerto Limón. Autoschlange. Tasten uns vorbei. Alle stehen in strömendem Regen und starren auf den neuen Strom, der die Straße gefressen hat. Nur eine Handvoll Jeeps wagt den Ritt. Wir sind die vorletzten. Der Wagen vor uns verreckt fast. Das Wasser ist verdammt hoch. Wenn Tür auf, dann Pool drin. Die Kiste vor uns qualmt. Wir überholen – mitten in den Fluten. Aufatmen! Sind raus! Nach uns ist Schluss. Wir können weiter. 20 Minuten später kommt uns ein TV-Übertragungswagen entgegen. Ist wohl auch hier ungewöhnlich. Erkunden die trockene Metropole San Jose. Und warten auf den Abflug. Morgen Abend.

Costa Rica – Reisebericht eines Traumurlaubs. Die Vielseitigkeit von Costa Rica ist atemberaubend. Die Karibik, die Vulkane, der Pzifik. Strände, Menschen, karge Landstriche. Und immer wieder der saftig grüne Dschungel überall in Costa Rica. Wer einmal durch Costa Rica reiste, ist sich einig mit den Bewohnern, den Ticos. Costa Rica ist Pura Vida!

Hier gibt es die volle Packung Reisefotos und Bilder von Nikki&Michi aus dem Reisebericht Costa Rica:

Costa Rica entdecken – die Landkarte


Wir hoffen, dass der Reisebericht Costa Rica gefällt. Viel Spaß in diesem tollen Land in Mittelamerika!

  1. Hallo Nicki und Michi,

    ich möchte nach Costa Rica weiter wandern (Lebe gerade in Egypt seit 5 Jahre) und ich würde am liebsten gleich los gehen, wenn ich die Videos und Fotos sehe. Könnte da echt neidisch werden. Was ihr dort erlebt hat ist ja echt super und man sieht, dass ihr einen riesen Spass hattet.

    Es wäre schön, wenn ich mal von Euch hören würde.

    Viele liebe Grüsse aus Egypt

    Heike

  2. Klasse Reisebericht und tolle Fotos. Ich muss mich nicht ins Flugzeug setzen, weil ich hier im Naturparadies Costa Rica lebe :) Wer sich einmal in dieses Land verliebt hat möchte nicht mehr weg, ins kalte Deutschland schon garnicht.

    Grüße aus San José

    Traveller

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