Barfuß-Insel Malediven: Freiheit für die Füße

Es brauchte mehr als einen Tag bis wir begriffen: Schuhe sind hier nutzlos. Überflüssig. Hinderlich gar. Also weg damit. Frei sein. Mit den Sohlen fühlen. Herrlich. Willkommen auf einer so genannten Barfußinsel der Malediven.

Barfuß im Restaurant auf Angaga

Barfuß im Restaurant auf Angaga

Natürlich sind wir alle jeden Tag barfuß – und wenn es nur nachts im Bett ist. Oder ziehen am Urlaubsstrand die Schuhe aus. Was heißt denn dann nun Barfußinsel? Angaga. Allein der Name verrät, dass die Uhren hier anders ticken. Auch die nähere Ortsbestimmung „Süd Ari Atoll“ lässt auf Meeresnähe und Sand schließen. Und so ist es auch. Angaga ist eine kleine Insel der Malediven. Knapp 350 Meter mal 200 Meter groß. Und natürlich aus Sand gemacht. Das Besondere an diesem Eiland: Es ist eben eine Barfußinsel. Das heißt: Nirgends kalte Steinwege oder unangenehmes Pflaster. Sondern nur Sand. Und Holz in den Bungalows. Mit Ausnahme der Badezimmer, hier gibts zwar Fliesen, aber die sind glücklicherweise nicht rutschig.

Die Rezeption, die Bar, sogar das Restaurant. Alle mit Sand auf dem Fußboden. Urlaub für die Füße. Befreit vom ewigen Gefängnis engen Schuhwerks. Endlich!

Barfußinsel: Loslassen lernen

Waschstation für die Füße auf Angaga

Waschstation für die Füße auf Angaga

Also einfach Schuhe aus und los? Na, nicht so ganz. Am ersten Abend schlappen wir noch verschämt mit Flip-Flops ins Restaurant. Und sind in der krassen Unterzahl. Die meisten sind „unten ohne“. Kein Wunder: das Buffet, die Tische, überhaupt das ganze Restaurant – auf Sand gebaut. Schmeichelnder feiner Sand. Barfußinsel auf Probe – ein wenig verschämt schieben wir die Latschen unter den Tischen beiseite und prüfen das Gefühl. Schön! Wir merken – Loslassen muss man lernen.

Einen ganzen Tag brauchen wir dafür, dann wandern Flip-Flos und andere Zehen-Kerkermeister endgültig in den Koffer. Bye bye Schnürsenkel bis zum Urlaubsende. Jetzt wird gekneippt. Denn der alte Gesundheitsapostel Sebastian Kneipp propagierte schon Barfußlaufen als wahres Kurwunder.

Barfußinsel Angaga: Barrierefrei für die Ballen

Barfußlaufen für die Seele auf Angaga

Barfußlaufen für die Seele auf Angaga

Auf der Malediven-Barfußinsel Angaga machen es also alle. Barfuß. Und wer vom Sand auf den Steg möchte, bedient sich einfach an den „Foot Wash“-Stationen. Die kleine Blitzdusche für die Füße. Damit Sand Sand und Holz Holz bleibt. Völlig untrainiert sollte man sich allerdings an einem (fast immer) sonnigen Tag nicht auf den Weg über den knapp 100 Meter langen Holzsteg machen. Denn diese Planken können so heiß werden, das ungeübte Barfußanfänger ein ungewollt lustiges Tänzchen aufführen.

Gut für die Füße und Balsam für die Seele

Abgesehen von dieser kleinen Feuerprobe: Auch die Ärzte von heute raten dazu, öfter mal ohne Schuhe loszulaufen. Fehlstellungen im Vorderfuß könnten so korrigiert werden. Die Achillesferse wird gefestigt, Stürzen im Alter vorgebeugt. Aber auch die Wirbelsäule könnte entlastet werden, meinen manche. Aber Achtung, die nackten Füßschen helfen nur gegen muskuläre Fehlstellungen. Wer sich durch falsches Schuhwerk schon die Knochen deformiert hat, kann nur noch auf den Wohlfühleffekt setzen.

Wem all das zu medizinisch lokal gedacht ist, freut sich sicher über die ganzheitlichen Effekte. Denn Mediziner loben die Barfuß-Wirkung auf den ganzen Körper. Reflexbögen und Verschaltungen im Körper werden angeregt. Quasi eine Fußreflexzonenmassage so ganz nebenbei auf dem Weg in die Bar. Wer sich also beim Griff zum Urlaubsbier am Meer noch kein Lächeln ins Gesicht gezischt bekommt – auf einer Barfußinsel klappt das noch besser.

Dieser Artikel wurde selbstverständlich barfuß geschrieben...

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Den ausgewachsenen Peeptoe-Hallux bekämpft man leider nicht mit vierzehn Tagen Sandtreten. Barfuß stärkt auf jeden Fall die Fußmuskulatur. Und die leidet, verkümmert sogar, eingesperrt in Leder oder gefangen in müffelndem Kunststoff. Die Wikipedia weiß sogar, „dass Barfußgehen auf unterschiedlichen Untergründen die Behandlung von körperlich oder psychisch bedingten Beschwerden des Bewegungsapparats unterstützen kann.“ Vor allem den psychischen Effekt spüren wir nach kurzer Zeit auf der Insel.

Und hier wird er leider – wie viele schöne Urlaubserinnerungen – auch bleiben. Denn Gedankenspiele aus der Wohnung eine Sandburg zu bauen – mit einem aufgeschütteten Strand unter dem heimischen Flachbild-TV – sind nun wirklich auf Sand gebaut.

  1. Metje Kurt says:

    Alles super wuenschen euch noch alles Gute und noch schoene Tage. L.G Birgit und Kurt.

  2. Steffen says:

    Hey ihr Reisenden,

    Ich hoffe Ihr hattet noch schöne Tage auf Angaga und konntet noch den ein oder anderen Walhai sichten.
    Liebe Grüße von Euren Nachbarn sowohl auf der Insel als auch in der Heimat :)

    Ulli & Steffen

  3. Hello Ulli & Steffen!

    Es waren noch traumhafte Tage auf der Insel. Das Walhai-Video ist fertig, laden wir zur Sekunde hoch. Hoffen, bei Euch hält die Erinnerung an die schönen Tage auch noch an!

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