Oman: vom Dschabal al-Achdar in die Wahiba-Wüste zum Nomadic Desert Camp – Tag 5

Dschabal al-Achdar im Oman: die Traveller Nikki und Michi fahren heute Richtung Wahiba Sands...

Dschabal al-Achdar im Oman: die Traveller Nikki und Michi fahren heute Richtung Wahiba Sands...

Wir wachen früh auf, erhaschen die ersten Sonnenstrahlen auf dem Saiq-Plateau des Jebel-Akhdar, dem grünen Berg im nordwestlichen Teil Omans. Heute tauschen wir die Berge gegen Sand. Viel Sand. Wir fahren in die große Arabische Wüste. Der Teil hier heißt Wahiba Sands. Übernachtung im Wüstencamp, fernab der Zivilisation. Reisebericht Oman, Tag 5.

Der frühe Morgen wirft ein sanftes Licht auf die Hänge des Dschabal al-Achdar (Jebel Akhdhar). Die sorgsam angelegten Terrassen tanken die Sonne – hier wächst Getreide, stehen Mandeln und Walnussbäume, auch Rosen. Daraus wird das berühmte Rosenwasser destilliert. Es wird viel in der omanischen Küche verwendet.

Vom Dschabal al-Achdar in die Tiefebene

Abfahrt. Raus aus dem Gebirge des Dschabal al-Achdar, in die Tiefebene. Wir fahren durch die kleine Oase Birkat Al-Mauz. Der alte Teil des Ortes ist sehr beschaulich. Wir fahren durch den saftig grünen Palmenhain, honigsüße Datteln werden hier geerntet. Eine alte Frau trägt ein riesiges Bündel Getreide auf dem Kopf. Ernte ist hier immer noch harte Arbeit.

Oase im Oman: Dattelpalmen inmitten der kargen Landschaft.

Oase im Oman: Dattelpalmen inmitten der kargen Landschaft.

Wenn wir an Menschen vorbeifahren, drehen sich die Köpfe. Die meisten winken und lächeln, wenn man freundlich grüßt. Autos sind nur wenige unterwegs. Autos mit ausländischen Besuchern noch weniger. Wir verlassen die grüne Insel inmitten der kargen Landschaft, rollen Richtung Osten. In die große Wüste. Wahiba Sands. Unterwegs wird die Vegetation immer spärlicher. Ab und zu blitzt mal eine kleine Oase in der Ferne. Die Hitze flattert auf dem Asphalt, die Straße vor uns ist kaum zu erkennen, alles verschwimmt wie Wasser.

Wahiba Sands – die Wüste des Oman

Wir fahren bis Al-Mintirab und noch weiter ein Stück Richtung Süden. Bis Haywahih. Hier endet die Straße. Beginnt die Wüste. Eine Schule steht am Ende der Ortschaft. Hundert blitzweiß gekleidete Jungs springen auf der Straße umher. Und vor unser Auto, wollen uns necken. Schreien und lachen, winken. „How are you?“ „Tamam Tamam“, antworten wir auf Arabisch. Die Kids jauchzen. Ihre Schulbücher haben sie mit Lederriemen zusammen gebunden. Kleine Mädchen laufen zusammen und winken uns.

Beduinen-Kinder in der Wüste Wahiba Sands im Oman.

Beduinen-Kinder in der Wüste Wahiba Sands im Oman.

Wir wenden das Auto noch einmal, denn wie sollen im kleinen Wüstenweiler Al-Wasil einen Omani treffen. Er wird uns in die Wüste begleiten. Den Weg ins Nomadic Desert Camp findet kein Tourist alleine. Offroad, Pisten gibt es auch nicht. Nur Reifenspuren, aber in mehrere Richtungen. Whalid lächelt, sagt: „Zuerst muss Luft aus den Reifen gelassen werden.“ Nur mit etwas platten Reifen kann man im Weichsand fahren, ohne sich einzugraben und festzufahren. Nikki fährt schulbuchmäßig: hohe Gänge, viel Gas. Durch Täler, über Dünenkämme. Swoosh! Dune-Bashing nennt man das Weichsand-Vergnügen. Wir halten bei einem kleinen Zelt zwischen den Sandverwehungen. Die Kontraste sind wunderschön, knallblauer Himmel, fast greller gelbroter Sand. Dazwischen sehr verloren winzige grüne Grashalme.

Wir stoppen an einem Beduinenzelt. Eine leichte Brise weht zwischen den Palmblättern hindurch. Wir sitzen auf Teppichen. Zwei kleine omanische Zwillingsschwestern blinzeln uns mit großen blanken brauen Augen an. Ihr Onkel hat zum Kaffee eingeladen. Wir bekommen süßen omanischen Kaffee mit Kardamom. Dazu honigsüße Datteln. So lange, bis wir ablehnen. Dann steigen wir auf Kamele um. Eine halbe Stunde lang schaukeln wir auf den Wüstenschiffen durch die Dünen, lassen die Wüste auf uns wirken. Dann geht es mit den Jeeps weiter.

Übernachtung im Nomadic Desert Camp

Die Wüste Wahiba Sands im Oman: starke Kontraste und die Reduktion auf das Wesentliche.

Die Wüste Wahiba Sands im Oman: starke Kontraste und die Reduktion auf das Wesentliche.

Tiefer in die Wüste. Bis hinter einer Düne unvermittelt ein Gatter auftaucht. Das Nomadic Desert Camp! Einige Palmwedelhütten sind im Kreis angeordnet, dazu noch ein offenes Gemeinschaftszelt. Am anderen Ende des Areals Duschen unter offenem Himmel. Hier werden wir essen, am Feuer sitzen, Tee trinken, in den Dünen den Sonnenuntergang genießen, schlafen. Leben wie die Beduinen.

Der süße Tee tut gut, dazu ein leichtes Abendessen mit Salat und Hommus (Kichererbsen-Paste), Fladenbrot und Hühnchen. Die Beduinen zünden ein Feuer an, wir sitzen auf Kissen und Teppichen im Kreis darum. Die Nacht schleicht heran. Der Mond geht auf, dann wieder unter. Wir liegen auf dem Rücken und bestaunen die Sterne. Sehen gleißend fallende Sternstücke. Dann verkriechen wir uns in unserer Hütte. Wir haben sogar richtige Kopfkissen und Decken. Es ist immer noch warm, fast 20 Grad. Durch die vielen tausend Lücken in den Palmwedeln können wir die Schwärze der Nacht sehen, den Wind spüren. Der Sand unter uns raschelt leise. In der Nacht kühlt es deutlich ab. Wir schlafen wie die Babys.

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2 comments

  1. Reiseberichte
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    Hi Guido,

    nun ja, wir würden uns das sicher auch zutrauen. Aber es gibt da genügend Touristen, die schon nach wenigen Kilometern Lost in Sand wären, ist durchaus schon passiert.

    Natürlich darf man allein in die Wüste fahren. Wer allerdings ein Camp gebucht hat, wird immer abgeholt, die Veranstalter lassen eine eigene Anreise in der Tat nicht zu…

    Schöne Grüße

    Nikki&Michi

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  2. “Allein darf hier keiner in die Wüste fahren. Die Orientierung ist kaum möglich.”

    Da wird das Abenteuer aber ein klein bisschen übertrieben ;) Natürlich darf jeder allein in diese Wüste fahren. In den Touristencamps wird nur gern das Abholen berechnet und deshalb ein Schmarn erzählt.

    Die Wahiba hat keine Sterndünen und die Dünen laufen alle schön parallel von Nord nach Süd. Deshalb ist die Orientierung einfach und deshalb ist die Wahiba auch einfach zu durchqueren. Man fährt fasst die gesamte Zeit in einem Dünental und muss nicht wie in anderen Wüsten das Auto andauernd über Dünenkämme wuchten.

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