Reisebericht Oman: durch das Wadi Bani Awf (Tag 2)

Oman: Mit dem Jeep durch das Wadi Bani Awf. Foto: www.nikkiundmichi.deDer gigantische Nissan Patrol röhrt wie ein brunftiger Hirsch. Roaaarrr, blubbert die Maschine. Tänzelt über den Highway, will in die Wüste, will ins Gebirge. Nur ruhig, Junge – es geht ja schon los…

Heute heißt es: Oman Offroad. Wir verlassen die Hauptstadt und fahren durch das Wadi Bani Awf, weiter tief in den Hajar-Gebirgszug und über den abenteuerlichen 2000 Meter hohen Sharfait Alamayn-Pass, dann nach Nizwa. Nikki&Michis Reisebericht Oman, Tag 2.

Durch das Flusstal Wadi Bani Awf über die Berge

Natürlich hätten wir die dicke Ausfahrt vom Highway nehmen können. Dann rund 2 Stunden Asphalt fressen, Richtung Süden. Aber wir suchen ein bisschen das Abenteuer, den Thrill. Also weiter geradeaus und dann ab von der Autobahn und zunächst ins kleine verlassene Dörfchen Muslimat. Die alten Lehmbauten sind noch zu besichtigen. Einen Steinwurf entfernt liegt die Ortschaft Nakhl.

Festung: Das Fort von Nakhl, Oman. Foto: www.nikkiundmichi.deMitten in der kargen und wüstenartigen Landschaft mit den schroffen Felsen liegt diese Palmen-Oase. Nakhl heißt übersetzt auch “Dattelpalmen”. Wir besuchen das liebevoll eingerichtete Fort. Von hier aus hat man eine tolle Aussicht bis zum Hadschar-Gebirge (auch Hajar geschrieben), das im Dunst pastellig zweidimensional erscheint. In der Festung ist es angenehm kühl. Draußen donnert die Sonne auf die Zinnen. Wir erkunden die liebevoll restaurierten und eingerichteten Räume. Es gab Zimmer für jede Gelegenheit und Jahreszeit.

Reisevideo Oman: unterwegs von Muscat über die Berge bis Nizwa

Neben unserem schriftlichen Oman-Reisebericht und den Fotos drehen wir unterwegs auch immer wieder kleine Videos. Das Reisevideo vom zweiten Tag in Oman zeigt die Ruinen von Hagarah in Muslimat, die Festung von Nakhl, natürlich die atemberaubende Landschaft des trockenen Flusstals Wadi Bani Awf und den folgenden spektakulären Pass mit seinen engen Serpentinen. Viel Spaß beim Anschauen!

Malerische Nebenschlucht des Wadi Bani Awf. Foto: www.nikkiundmichi.de

Atemberaubende Landschaft im Wadi Bani Awf

Schluss mit Straße. Es geht links ab, in eine Schlucht, ein Tal. Ein Wadi. Es heißt Wadi Bani Awf und zieht sich kilometerweit in die Berge. Palmen säumen den Eingang, laden zu Weiterfahrt ein. Diese Idylle kann trügerisch sein, warnen Reiseführer und Internetseiten. Regnet es einmal kräftig, kann es zu reißenden Sturzbächen kommen. Dabei hat es offenbar schon tragische Todesfälle gegeben. Heute wird aber nicht gestorben, das Wadi ist staubtrocken. Und wir haben jede Menge Spaß beim Offroad-Fahren. Eine der Nebenschluchten müssen wir zu Fuß erkunden, hier geht nichts mit dem Auto. Über gigantische Felsbrocken klettern wir Richtung Wasser. Die Landschaft gleicht ein bisschen der Jordaniens in der Gegend um Petra (Reisebericht Jordanien). Steile Felswände ragen links und rechts majestätisch empor, dazwischen fließt manchmal Wasser. Es ist schon nach 14 Uhr, wir müssen zurück zum Jeep. Der Weg ist schon auf der Karte noch weit. Zwei Guides eines Ehepaares blicken ein wenig mitleidig: „Oh, nach Nizwa, über den Pass? Das ist noch ein ganz schönes Stück.“

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Wadi Bashing im Wadi Bani Awf

Wir entscheiden uns für eine Runde Highspeed-Wadi-Bashing. Und dann steht der Wagen vor einer senkrechten Felswand. Sesam öffne Dich – nichts passiert, Verfahren? Wie kann das sein? Ein kleiner Junge von knapp vier Jahren hüpft an der Seite des Nissan. Er reicht kaum bis zur Türkante. Winkt ab, zeigt auf den Berg. Ah. Haben die kleine Auffahrt verpasst. Ist das die Piste nach Hat? Wirklich? Muss wohl. Jetzt ist der Nissan Patrol aufgewacht. Grummelt wie ein Gewitter, freut sich, als wir das Differential zuschalten. Es wird steil, eng. Enger. Steiler. Die Piste windet sich den Berg hinauf, dann am Hang entlang. Dieser Weg kann mit dem Swartbergpass locker mithalten (Reisebericht Südafrika). In Sachen Enge und atemberaubenden Schluchten und steilen Abhängen liegt Oman ganz entspannt vorn.

Spektakulärer Blick vom Pass im Hadschar Gebirge hinter dem Wadi Bani Awf. Foto: www.nikkiundmichi.de

Ein Highlight im Reisebericht Oman: Der 2000 Meter hohe Pass

Ein cooler Nervenkitzel, wenn es derart steil bergab geht, dass vor der Motorhaube keine Straße mehr zu sehen ist. Prinzipiell aber geht es bergauf. Die Gipfel des Massivs grinsen höhnisch auf uns herab. Noch einmal Zweifel eine halbe Stunde später: Ist das noch richtig hier? Für eine Umkehr ist es ohnehin zu spät. Aber wer wollte das auch schon? Die mächtigen Gipfel über uns reizen. Wir wollen sehen, was auf der anderen Seite ist. Dann das Bergdorf Hat. Der richtige Weg. Und der Berg versucht es noch einmal. Keine Ahnung, wie viel Prozent Steigung deutsche Schildermaler hier in die schmale Geröllpiste gerammt hätten. Es ist steil. Dann noch einige Windungen. Und wir fahren aus dem Bergschatten heraus, die Sonne strahlt uns entgegen. Oben! Der Blick zurück ist traumhaft. Ein Gebirge wie aus dem orientalischen Märchenbuch.
Auf der Südseite des Passes verwöhnt uns das Sultanat Oman mit einer brandneuen Asphaltstraße. Chillout bei der Abfahrt in einer ebenso menschenleeren wie felsenreichen Landschaft. Unser nächster Halt ist Nizwa. Fast eine heimliche Hauptstadt für die Omanis.

Michi speist traditionell auf dem Fußboden sitzend im Bin Ateeq Retaurant in Nizwa, Oman. Foto: www.nikkiundmichi.de

Traditionell Essen im Bin Ateeq, Nizwa

Essen im traditionellen Restaurant Bin Ateeq in Nizwa. Hier sitzt man auf dem Fußboden in abgetrennten Räumen. Schön privat für sich allein. Obwohl das Restaurant in jedem Reiseführer steht, sind kaum Touristen da. Aber Einheimische. Sie huschen durch die Gänge und verschwinden hinter den Schiebetüren. Tradtitonelles Essen – das heißt hier auch: indische Küche. Neben den arabischen Speisen gibt es im Oman viele beliebte indische Gerichte. Wir bestellen einen Mix aus arabischer und indischer Küche. Sehr lecker. Aber einfach. Und sicherlich nicht jedermans Sache. Ein westliches älteres Ehepaar tritt nach kurzem Umschauen mit leicht geschürzten Lippen diskret den Rückzug an. Wir sind zufrieden, können das Bin Ateeq durchaus empfehlen (bitte keine Wunder erwarten!) und fahren zum Hotel.

Einchecken im Falaj Daris Hotel. Es ist leider gerade dabei zu verwelken und den Charme, den diese hübsche Anlage einmal gehabt haben muss, mit Rost, Moder und abgeplatztem Furnier zuzudecken. Die Dämmerung hilft dem Hotel wie in Hamburg den Dirnen. Hübsche Lichterketten blinken in den Wüstenbäumen, Grillen zirpen. Das Leben ist schön.

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2 comments

  1. Simone

    Hier findet man tolle Land-und Wanderkarten online!

    http://www.omantourism.gov.om/wps/portal/mot/tourism/oman/home/experiences/activities/trekking

    KARTE 1 bietet einen guten Gesamtüberblick über die Gebrigsgegend Al Hajar.

    http://www.omantourism.gov.om/wps/wcm/connect/d340938044707994b44cbfbf0c53e49e/trekking+routs1.pdf?MOD=AJPERES&CONVERT_TO=url&CACHEID=d340938044707994b44cbfbf0c53e49e

    Diese Karten (Trekking Route 1 -3) entsprechen genau diesem Buch:
    http://www.amazon.de/Oman-Trekking-Activity-Guide/dp/9768182628

    Mach mich Ende Dez auf diese Wege und freu mich auf die lieben Omanis und ihr tolles Land!

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  2. Pingback: Oman: Wadi Shab, Tiwi und Sultan Qaboos Moschee | Reiseberichte Nikki&Michi

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